Das Leben eines Mädchen 15

... 9. Klasse Klassenfahrt in einem 'Kindergartenland', in schäbigen Bungalows, fern ab von irgend welchen Städten... besser konnte die Klassenfahrt doch gar nicht mehr werden. Am zweiten Tag gingen früh alle zum Frühstücken, danach hatten sie Freizeit. Sie und 2 Jungs verließen das Gelände und gingen in den Wald daneben. Sie hatten keine Lust auf diesem Öden Gelände rum zuhängen und marschierten in den Wald und sprachen über viele verschiedene Themen. Der eine von ihnen begann nach einer Weile immer wider Frage über ihre beste Freundin zu stellen. Er sprach darüber, dass er sie mochte, aber er nicht weiß was sie so denkt. Soweit sie konnte versuchte sie ihm seine Antworten zu beantworten, verschwieg ihm aber, dass sie auch etwas von ihm wollte, denn sie wusste nicht ob ihre Freundin damit einverstanden wäre. Nach einer Weile merkten sie, dass sie die Orientierung verloren hatten und nicht wusste in welche Richtung sie zurück mussten. Sie waren in der Zeit über kleine Bäche gesprungen, kreuz und quer herum gelaufen, ohne auf wichtige Merkmale zu achten. Sie liefen einfach nur noch in eine Richtung, in der Hoffnung einen Weg oder einen Wegweiser zu finden. Nach über einer Stunde gelang es ihnen den Weg zurück zum Querxenland zu finden. Als sie dort angekommen waren, war genau die Zeit zum Mittagessen. Sie ging zur Essensausgabe, bekam ihr Essen und setzte sich zu ihrer besten Freunde die sie sofort ausfragte wo sie gewesen sei. Geschickt versuchte sie, dass Gesprächsthema auf den Kerl zu lenken, für den ihre beste Freundin etwas empfand um sie zu motivieren mit ihm zu sprechen, da sie ja jetzt wusste was er dachte. Es gelang ihr auch, und nach dem Essen ging ihre Freundin zu ihm und sprach mit ihm. Das letzte was sie sah, war, dass die beiden gemeinsam weggingen. Sie hingegen wolle wider in den Wald, weg aus diesem dämlichen Gelände. Sie fragte eine Jungs ob sie lust hätten mit zu kommen, da sie wusste, dass die meisten Mädchen das viel zu anstrengend finden würden. Einer sagte ihr zu und wollte noch den neuen Mitschüler animieren mit zu kommen. Also gingen sie wider zu dritt in den Wald. Sie hatte sich vorgenommen dieses mal auf den Weg zu achten, damit nicht das gleiche passierte wie bei den anderen beiden. Sie gingen also los und folgten dem Weg in den Wald. Sie gingen immer weiter und versuchten sich mit Flachwitzen zu übertrumpfen. Andauernd mussten sie stehen bleiben, da sie nicht mehr laufen konnten vor lachen. Nach einer guten halben Stunde endete der Wald weg schlagartig und sie überlegten umzukehren. Entschieden sich dann aber doch in den Wald hinein zu gehen, da sie ja eh nichts weiter zu tun hatten. Sie liefen also los, immer gerade aus, über Bäche, wo zum Teil verottete und zerfallene Holzbrücken herumlagen, durch Dreck und Schlamm...immer weiter bis sie keine Ahnung mehr hatten wo sie waren. Nach gute 1,5 Stunden gelangten sie an den Rand eines riesen großen Feldes. Auf der anderen Seite konnte sie ein Fabrikgelände erkennen und hofften dort Auskunft zu bekommen wie sie zurück kommen würden. Dummer weise liefen sie einfach quer über das Feld und sanken zum Teil knöcheltief in den Boden ein. Immer wieder stolperte einer und landete im Dreck, so dass sie nach 10 Minuten aussahen wie nach einer Schlammschlacht. Es machte ihnen aber nichts aus, und sie lachte einfach nur darüber. Sie und der Neue redetet immer mehr miteinander und sie verstanden sich ziemlich gut. Dauernd lachten sie miteinander und grinsten sich an. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen sie endlich an der Fabrik an... diese aber war Stillgelegt. Etwas enttäuscht aber trotzdem gut gelaunt gingen sie die Straße entlang und kamen nach einer Weile endlich in ein kleines Dorf, aber auch dort war es fast toten still. Immer weiter gingen sie die Straße entlang und hielten nach jemanden Ausschau den sie nach dem Weg fragen könnten. Der Nachmittag war inzwischen schon stark vorangeschritten und sie fanden endlich eine Bushaltestelle. Sie hatten Glück, und nach 20 Minuten warten kam ein Bus der sie in die richtige Richtung brachte....

7.12.14 22:06, kommentieren

Das Leben eines Mädchen 14

... war soweit und die Klassenfahrt stand an. Relativ spät, es war schon fast Herbst. Sie fuhren mit einem Bus auf ein abgelegenes Dorf wo sich eine Unterkunft befand die Querxenland hieß. Der Name klang am Anfang sehr witzig und die Klasse freute sich, eine Woche auf diesem relativ großem Gelände verbringen zu können. Sie kamen dort an, nahmen ihr Gepäck in die Hand, gingen durch das Eingangstor und das erste was man sah... überall waren Kindergartenkinder und Schüler aus der 1. bis 3. Klasse. Die Freude der Klasse verschwand schlagartig. Das ganze Gelände war ein "Kleinkindergelände" mit Kinderspielzeug, Spielplatz, Klettergerüst, einem abgegrenzten Bereich wo man auf Babyfahrrädern verhalten im Straßenverkehr üben konnte und all so ein Kram. Die Bungalows in denen sie schlafen sollten, sahen von außen relativ schick aus, von innen waren sie aber voll mit Mücken, die Matratzen waren schon durch gelegen und zum Teil waren komische - nicht definierbare - Flecken darauf. Das Essen bekam man in einem extra Gebäude, in dem ein riesen Raum mit langen Tischen war. Die Lautstärke der kleineren Kinder war kaum zu beschreiben, dennoch war das Essen gar nicht so schlecht. Die erste Nacht war etwas gewöhnungsbedürftig, aber alle waren von der Busfahrt kaputt. Die Klasse sollte einen neuen Schüler bekommen, der zum eingewöhnen mit auf die Klassenfahrt gefahren war. Er war sehr freundlich und offen und lachte viel. Ihr gefiel es und sie begann ihn häufiger zu beobachten, was er mit den anderen Jungs so tat...

3 Kommentare 6.12.14 18:16, kommentieren

Das Leben eines Mädchen 13

... den Tag darauf blieb sie zu Hause. Sie hatte fast die gesamte wach gelegen und versucht zu begreifen, was geschehen war. Eine Woche später war Beerdigung. Sie und einige ihrer Klassenkameraden waren dort hingegangen. Der gesamte vordere Teil der Kapelle war voll mit Blumen gestellt. Kränze, Streuße, einzelne Blumen..über all verteilt. Allein dieser Anblick brachte sie zum weinen. Der Mann der Lehrerin musste beim Gang zum Grab von zwei Seiten gestützt werden, so sehr war er in Trauer. Als sie, als eine der letzten, am Grab stand, verweilte sie dort einen Augenblick, sah zu ihrem Sarg hinunter und warf ihre weiße Lilie und eine Hand voll Sand hinein. Wieder standen ihr die Tränen in den Augen, sie ging zum Mann der Lehrerin, umarmte ihn und wünschte ihm ihr herzliches Beileid. Obwohl die beiden sich nicht kannten, hielten sie sich beide fest in ihren Armen und weinten einen Augenblick gemeinsam. Die Tage darauf war der Unterricht sehr ruhig, im Eingangsbereich wurde ein Bild von der Verstorbenen Lehrerin aufgestellt und alle paar Tage brachte sie und einige andere Mitschüler Blumen mit und stellten sie daneben....

5.12.14 22:58, kommentieren

Das Leben eines Mädchen 12

...eine ganze Weile saß sie, hinter ein paar Bäumen versteckt, am Fluss hinter der Schule und weinte. Dann kam ihre beste Freundin, die wusste wo sie war. Sie setzte sich daneben, nahm sie in den Arm und sie sahen beide eine Zeit lang den Schaumkronen auf dem Wasser hinterher. Dann gingen sie zurück zur Schule. Immer wider schossen ihr Tränen in die Augen und sie brannten und wurden rot. Die anderen Klassenkameraden waren zwar etwas niedergeschlagen, weinten aber nicht, da sie nicht so einen starken Kontakt wie sie mit ihrer Lehrerin gehabt hatten. Die anderen konnte die Lehrerin eh kaum leiden, aber sie....sie war am Boden zerstört. Gemeinsam mit ihrer Freundin liefen sie ein paar mal um das Schulgebäude und sie begann sich Vorwürfe zu machen, dass sie wegen ihr gestorben war, dass sie vielleicht zu viel von sich selbst geredet hat und nicht gefragt hat wie es ihr geht. Keiner wusste warum sie gestorben war, aber sie machte sich Vorwürfe, sie sei schuld! .. Ihre Freundin versuchte ihr das Auszureden, gelang ihr aber nicht wirklich. Sie entschieden sich ins Sekreteriat zu gehen und ihre Mutter anzurufen, damit sie nach Hause konnte. Sie wollte keinen sehen, niemand hören..einfach allein sein und nachdenken wie es weiter gehen sollte.... sie wollte weg, irgendwo hin wo sie keiner kannte, wo ihre Vergangenheit sie nicht einholen kann. Nach 20 Minuten war ihre Mutter dann an der Schule. Still schweigend stieg sie ins Auto, sah ihre Mutter nicht an und wollte einfach nur, dass sie loß fährt. Wie Mütter das so machen, fragen sie natürlich was los ist, wies ihr geht, ob sie was braucht undso weiter... Am liebsten hätte sie ihre Mum einfach nur angebrüllt das sie los fahren soll, aber sie schwieg. Zu Hause angekommen ging sie auf ihr Zimmer, legte sich in ihr Bett, nahm ihr altes Kuscheltier in den Arm, was schon deutliche Gebrauchsspuren hatte und starrte die Decke an. Sie wusste nicht wie es weiter gehen sollte...

4.12.14 21:05, kommentieren